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WAS IST ROSAZEA?

WAS IST ROSAZEA?

Von DR. BARBARA STURM

1st Feb 2021

Rosazea ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung, die mehr als 10% der Bevölkerung betrifft. Zu den Symptomen gehören flächige, nicht abheilende Rötungen, Pickel und Pusteln, entzündete Blutgefäße und Schwellungen im Gesicht. Rosazea wird manchmal fälschlicherweise als Akne, Ekzeme oder sogar als Hautallergie eingestuft.

Je nach Symptomen unterscheidet man vier verschiedene Rosazea-Typen:

  • Typisches Kennzeichen der erythematösen Rosazea sind symmetrische Hautrötungen und kleine, sichtbare Äderchen, bei denen es sich um erweiterte Blutgefäße handelt.

  • Bei der papulopustulösen Rosazea treten zusätzlich zu dauerhaften Hautrötungen und Schwellungen auch Knötchen und Eiterbläschen auf, die Akneausbrüchen ähneln.

  • Die phymatöse Rosazea zeichnet sich durch Hautverdickungen, Gewebevermehrung und Hautknoten aus.

  • Die okuläre Rosazea betrifft die Augen und verursacht ein wässriges oder blutunterlaufenes Aussehen sowie ein Gefühl des Brennens oder der Irritation. Die okuläre Rosazea kann zu dauerhaft trockenen, empfindlichen Augen führen, und es können sich Zysten auf den Augenlidern bilden.


Was verursacht Rosazea?

Entzündungsauslöser für Rosazea sind u. a. UV-Licht, Alkohol und extreme Temperaturen. Zusätzlich können auch eine genetische Veranlagung, ein heller Hauttyp, Anomalien in den Blutgefäßen im Gesicht, aber auch das Darmbakterium Helicobacter pylori zu dieser entzündlichen Hauterkrankung beitragen. Klinische Studien haben einen Zusammenhang zwischen einer gestörten Darmflora und Hautmanifestationen der Rosazea festgestellt. Es ist außerdem bekannt, dass die Hauterkrankung durch hohen Stress, falsche Ernährung, Alkohol, Rauchen und durch die Einnahme von Antibiotika und Steroidmedikamenten verschlimmert werden kann.

Eine vollständige und permanente Heilung der Krankheit ist nicht möglich, jedoch kann eine Reihe von Therapieansätzen zu einer Verbesserung der Symptome führen. Je nach Schweregrad kann eine Kombination aus Medikamenten, Änderungen des Lebensstils und die Vermeidung von aggressiven Hautpflegeprodukten helfen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Zunächst ist es wichtig, einen Hautarzt aufzusuchen, der andere Hauterkrankungen ausschließen und eine sichere Diagnose stellen kann. Als nächster Schritt empfiehlt sich, alle genutzten Pflegeprodukte unter die Lupe zu nehmen. Sind die Produkte sanft genug, und ist die Hautpflegeroutine auf den Hauttyp abgestimmt? Eine milde Reinigung und regelmäßige Pflege der Haut ist unerlässlich. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass man eine spezielle Pflegeserie mit besonders sanften Inhaltsstoffe auswählt. Ein pH-neutrales Reinigungsprodukt schützt den natürlichen Säureschutzmantel der Haut. Ein Serum auf Basis von Hyaluronsäure hilft, die Haut mit wichtiger Feuchtigkeit zu versorgen. Im Anschluss daran sollte eine sanfte, leichte und fettarme Feuchtigkeitscreme aufgetragen werden. Sehr lipidreiche Produkte können zu einem Hitzestau in der Haut führen und die Entzündung begünstigen. Aggressive Inhaltsstoffe wie Glykolsäure, Duftstoffe und scharfe Konservierungsmittel sollten ebenso vermieden werden, wie Behandlungen mit sowohl chemischen Säurepeelings, als auch Peelings mit harten Granulaten.

Welche professionellen Behandlungen empfehlen sich bei Rosazea?

Eine Laserbehandlung mit intensiv gepulstem Licht, von Dermatologen durchgeführt, kann helfen, sichtbare Blutgefäße zu verkleinern. Obwohl der Eingriff etwas schmerzhaft sein kann, können die meisten Patienten ihn ohne Narkose ertragen. Laserbehandlungen können manchmal Blutergüsse, Krustenbildung auf der Haut, Schwellungen, Druckempfindlichkeit und - sehr selten - Infektionen verursachen. Diese Nebenwirkungen verschwinden in der Regel innerhalb weniger Wochen, obwohl eine Infektion möglicherweise Antibiotika erfordert.

Welche anderen Therapieansätze gibt es?

Stress und Ernährung können die Ausprägung der Rosazea beeinflussen. Daher ist es hilfreich, mögliche Einflussfaktoren zu identifizieren, die die Hautmanifestationen der Rosazea lindern bzw. verschlimmern, wie etwa heiße Speisen und Getränke, Koffein, Gewürze und Alkohol. Äußere Faktoren wie extreme Temperaturen, UV-Strahlung, Stress und Angst, Sport und heiße Bäder oder Saunagänge können ebenfalls Auslöser sein. Der bedachte Umgang mit diesen Faktoren, eine entzündungshemmende Ernährung und eine ausgewählte, qualitativ hochwertige Hautpflegeroutine können dazu beitragen, die Symptome und Auswirkungen der Rosazea zu lindern.

UNTERZEICHNUNG:

Dr. Barbara Sturm

DATUM:

06. Dezember 2020